Am Montag, dem 27. April 2009 fand von der 3. bis zur 8. Unterrichtsstunde eine Exkursion des Differenzierungskurses Biologie/Chemie unter der Leitung von Herrn Girod ins obere Edertal statt. Mit der Rothaarbahn ging es zunächst nach Lützel, von wo es per Pedes weiterging. Thema waren die moorigen Feuchtgebiete zwischen dem Rothaarsteigrastplatz Dreifichten und der Ederquelle. Zunächst wurde ein Großseggenried untersucht. Hier wurden große Bestände der in Bulten wachsenden steifen Segge und des schmalblättrigen Wollgrases als Charakterarten angetroffen. Des weiteren kam hier das Sumpf-Veilchen und die Öhrchen-Weide vor.
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| Bulte der Steifen Segge | Schmalblättriges Wollgras |
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| Sumpf-Veilchen mit kleiner hellblauer Blüte und großen herzförmigen Blättern | Die Öhrchen-Weide bildet auf den anmoorigen Böden große Bestände |
Nach einer kurzen Pause am Rastplatz Dreifichten, die für das leibliche Wohl genutzt wurde, ging es talaufwärts zu einem moorigen kleinen Teich, wo eine Reihe von Wasserinsekten und Amphibien von einem Steg aus beobachtet werden konnten. Hier gab es auch einen kleinen Bestand des seltenen Sumpf-Blutauges zu bewundern, das leider noch nicht blühte. Eine Reihe weiterer typischer Feuchtgebietsarten konnten ebenfalls entdeckt werden. An allen besuchten Stationen wurde auch der pH-Wert des Bodens und der Kleingewässer mit Hilfe eines Hellige-pH-Meters bestimmt. Es wurden je nach Standort saure bis sehr saure Böden bzw. Gewässer ermittelt (pH-Werte zwischen 3 und 4). Anschließend ging es weiter in Richtung Ederquelle zum großen Ederbruch, einem Moorgebiet mit der Moor-Birke und dem Torfmoos als Charakterarten. Der Boden besteht hier überwiegend aus Torf, der vom Torfmoos gebildet wird. Hier konnten sich die Schüler auch von der großen Wasserspeicherkapazität des Torfmooses überzeugen, indem einer ein wenig Torfmoos mit der Hand wie einen Schwamm ausgedrückt hatte, wobei eine Menge Wasser herausfloss. Der Wald-Schachtelhalm und eine Reihe weiterer Moosarten gehören hier ebenso zum Artenspektrum des Ederbruchs wie an den etwas trockeneren Stellen die Heidelbeere, die Wald-Hainsimse und der europäische Siebenstern.
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| Kurze Rast im oberen Edertal | |
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| Auf dem Steg über den moorigen Teich | Torfmoos |
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| Wald-Hainsimse | Rothirsch mit wachsendem, von der Basthaut umgebenen Geweih im Gehege Hohenroth |
An der Ederquelle wurde über den ca. 180 km langen Lauf der Eder informiert. Über die so genannte Kohlenstraße, über die früher aus dem Wittgensteiner Land die Holzkohle ins Siegerland zur Bestückung der Hochöfen transportiert wurde, ging es zum Forsthaus Hohenroth, wo eine Ausstellung über das Rotwild informierte. Im angrenzenden Gehege konnte es auch in Natura bestaunt werden. Von hier aus ging es oberhalb der Obernau-Talsperre und oberhalb von Netphen-Sohlbach zurück zum Bahnhaltepunkt Lützel, von wo aus uns die Rothaarbahn zurück brachte. An allen Stationen haben die Schüler die wesentlichen Aspekte stichwortartig notiert; denn schließlich fließen die hier gewonnenen Erkenntnisse in den Kursunterricht der kommenden Unterrichtsstunden ein.
Horst Girod
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