Waldpraktikum 1: Pflege NSG Loher Tal 2009


09. 09. 09, ein Tag an dem viele junge Paare geheiratet haben, war für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgansstufe 8 ebenfalls ein besonderes Datum. An diesem Tag lösten sie ihre Pflichten als Paten für das Naturschutzgebiet Loher Tal in Kredenbach ein. Die Patenschaft besteht mittlerweile schon 14 Jahre. In Zusammenarbeit mit dem Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein (früher Forstamt Hilchenbach) sorgten unsere Achtklässler für den Erhalt der wertvollen Feuchtwiese im Loher Tal.

Am „Eingang“ zum Naturschutzgebiet Loher Tal erhielten die Schülerinnen und Schüler Informationen über die schützenswerten Biotope und die Bedeutung ihres Pflegeeinsatzes.

Zu Beginn der ersten Stunde wanderten alle drei Klassen gemeinsam in Begleitung von Herrn Dr. Schneider, Herrn Bäumer und Herrn Warda von der Schule nach Kredenbach. In der Zwischenzeit bis zu ihrer Ankunft wurden die benötigten Gartengeräte vom Bio-AG-Schuppen dorthin transportiert. Mitarbeiter des Forstamts waren für den Hin- und Rücktransport unserer Geräte zuständig. Das Auf- und Abladen besorgte eine kleine Schülergruppe aus der 8 a (Sebastian Bauer, Alexander Klein, Oliver Schmitt und Philipp Stötzel) unter der Leitung von Herrn Girod.
Nach der Ankunft im Loher Tal erhielten alle Schüler ein Arbeitsblatt mit zwei kleinen Aufgaben, die mit Hilfe der von Herrn Girod durchgeführten Einführung in die Naturschutzaspekte und die Bedeutung des Pflegeeinsatzes gelöst werden konnten. Die bearbeiteten Aufgaben sind Bestandteil der ökologischen Facharbeit, die jeder Schüler in der Jahrgansstufe 8 anfertigen muss.
Anschließend ging es zum Arbeitseinsatz auf die Feuchtwiese. Am Tag zuvor hatte der Pflegetrupp der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein die Feuchtwiese mit Balkenmähern gemäht. Die Aufgaben der Schülerinnen und Schüler bestanden nun darin, das Mähgut zusammen zu rechen, auf Schubkarren zu laden und von der Wiese zum benachbarten Waldweg zu bringen. Von dort aus wird es auf LKW verladen und fachgerecht entsorgt.

Beim Zusammenrechen und Aufladen des Mähgutes

Über Stock und Stein und über einen Bach
mussten die Schubkarren gefahren werden.
Die Feuchtwiese machte ihrem Namen
alle Ehre.

Der für den Forstbetriebsbezirk Lohe zuständige Forstbeamte des Regionalforstamts Siegen-Wittgenstein, Herr Vollpracht, hatte vorab für die termingerechte Mahd der Feuchtwiese und den Transport unserer Gartengeräte durch seine Mitarbeiter gesorgt. Leider konnte er beim Arbeitseinsatz unserer Schüler nicht persönlich anwesend sein, da er an einer Fortbildung der Forstbehörde teilnehmen musste.

Die Feuchtwiese muss einmal jährlich gemäht werden, um eine Sukzession zu verhindern. Würde diese einsetzen, dann käme es zunächst zu einer Verbuschung des Geländes. Am Ende dieser Sukzession würde sich nach ca. 80 bis 100 Jahren ein Erlenbruchwald als Klimaxstadium einstellen. Die typischen Arten der Feuchtwiese, darunter seltene Orchideenarten wie das gefleckte Knabenkraut und das breitblättrige Knabenkraut, würden von den Sträuchern und Bäumen verdrängt, da sie keine dauernde Beschattung ertragen. Die Feuchtwiese, die auch den Landlebensraum der heimischen Amphibienarten (Grasfrosch, Erdkröte, Teichmolch, Bergmolch und Fadenmolch) darstellt, würde nicht mehr existieren. Im Loher Tal befinden sich gleich in Nachbarschaft zur Feuchtwiese die drei Loher Teiche, die für die Fortpflanzung der Amphibienarten von Bedeutung sind. Mit ihrer Arbeit haben unsere Achtklässler einen wertvollen Beitrag für den Naturschutz geleistet. Hierfür gebührt ihnen Anerkennung und Dank.

Bei der Arbeit wurden nebenbei zahlreiche Erdkröten und Grasfrösche aller Alterstufen gefunden, vom diesjährigen Jungtier, das gerade dem Kaulquappendasein entwachsen ist, bis zum erwachsenen Froschlurch, und vor den Gartengeräten in Sicherheit gebracht.

Eine kleine Pause im Heu muss sein!

Nebenbei wurde auch auf die anderen schützenswerten Biotope im NSG Loher Tal aufmerksam gemacht. Den wertvollen angrenzenden Laubmischwaldbestand und einen Erlenbruchwald, der zum Teil voll unter Wasser stand. Im angrenzenden Laubwald ist eine weitere heimische Orchideenart beheimatet, die breitblättrige Sumpfwurz, die zu einer beachtlichen Größe heranwachsen kann, wie es auf den beiden folgenden Bildern zu erkennen ist.

Oliver Schmitt (8 a) mit der breitblättrigen Sumpfwurz

Gegen 12 Uhr war unser Arbeitseinsatz beendet. Die Schülerinnen und Schüler hatten es wieder einmal geschafft, wahre Massen an Heu von der Wiese abzutransportieren. Das Wetter hatte auch mitgespielt . Wir konnten bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen arbeiten, was beileibe nicht in jedem Jahr der Fall war. Erschöpft, aber um einige Erfahrungen reicher, wurden die Schülerinnen und Schüler nach Hause entlassen, wo erst einmal Duschen und Kleiderwechsel angesagt war.

Horst Girod


webmaster 20.09.09

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