Gymnasium Stift Keppel

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Neues Lehrprojekt der Ruhr-Universität Bochum und der Robert Bosch Stiftung startete am 23.02.2016 unter Beteiligung von Hilchenbacher Schülern; Thema sind Bergwerksrealitäten und Phantasien von der Welt "unter Tage"

Am 23. Februar 2016 startete am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität ein großangelegtes Lehrprojekt, an dem mehrere Bochumer Professuren sowie Partnerinstitutionen beteiligt sind. Das Projekt wird größtenteils von der Robert Bosch Stiftung finanziert und ist Teil des renommierten "Denkwerk"-Programms, das darauf abzielt, SchülerInnen und LehrerInnen einen Einblick in aktuelle geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung zu ermöglichen.

Unter Leitung von Professor Dr. Sebastian Susteck vom Arbeitsbereich germanistische Literaturdidaktik wird über einen Zeitraum von drei Jahren an der Erforschung von historischer Bergwerksrealität und Bergwerksphantasien in Kunst und Alltagskultur gearbeitet. Für SchülerInnen wird ein Schlüsselthema zum Verständnis der eigenen Heimat geöffnet, sei es das Ruhrgebiet oder das Siegerland oder weiterer Bergwerksregionen. Am Projekt noch beteiligt sind u.a. das Alfried-Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität, das Deutsche Bergbaumuseum Bochum, das Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt (Dortmund) sowie zwei Schulen in Bochum, je eine Witten und Hagen sowie das Gymnasium Stift Keppel in Hilchenbach. Von dort nehmen insgesamt 12 Schülerinnen und Schüler teil, sie stellen damit die größte Forschergruppe im Projekt. Die SchülerInnen aus den zwei Regionen Ruhrgebiet und Siegerland forschen unter dem Titel „Unter Tage“ zur Frage, wie die Welt unter Tage literarisch, dokumentarisch und künstlerisch erfasst wurde. Welche Phantasien sind aus ihr hervorgegangen und haben von Romanen über Filme bis hin zu Bildbänden und Werbebroschüren des Fremdenverkehrs eine ganze (Text-Bild-)Kultur geprägt?

Zur Auftaktveranstaltung am 23. Februar 2016 kamen 40 interessierte SchülerInnen der Jahrgangsstufen 9-11 für einen ganzen Tag an die Ruhr-Universität und erlebten dabei das wissenschaftliche Geschehen hautnah. Zunächst wurden sie vom Studiendekan der Fakultät für Philologie, Prof. Dr. Benedikt Jeßing, sowie vom leitenden Wissenschaftler des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, Dr. Lars Bluma, begrüßt. Es folgte ein Vortrag im universitären Hörsaal, den Prof. Dr. Sebastian Susteck zum Thema „Bergbau-Phantasien und -realität“ hielt und der ins Projektthema einführte. Dabei stand das schwierige Verhältnis von Reportage, Kunst und Bergbau im Zentrum. Die SchülerInnen der Heinrich-Böll-Gesamtschule hörten dabei Ausschnitte aus einer berühmten Ruhrgebiets-Reportage des Namenspatrons ihrer Schule. Auch bekannte Filme wie etwa „Der Herr der Ringe“ eröffneten neue Blickwinkel auf das Thema Bergbau-Phantasien, da etwa ihre computeranimierten Bergwelten viel größer sind, als dies in Wirklichkeit jemals möglich wäre.

Mittags ging es typisch studentisch in die Mensa und danach zu einer Führung über den Universitäts-Campus. Hier erfuhren die Schüler nicht nur viel über die besondere Architektur der als „Hafen des Wissens“ konzipierten Ruhr-Universität Sie bestaunten auch das riesige, muschelförmige Audimax und die über mehrere Stockwerke angelegte Universitätsbibliothek und statteten auch dem Alfried Krupp-Schülerlabor einen ersten Besuch ab. Dort werden im Verlauf des Jahres zwei Workshops stattfinden, bei denen die Schülerinnen und Schüler wissenschaftlich eingewiesen und medial bei der Vorbereitung von Präsentationen unterstützt werden. Die Campusführung hielt aber auch noch eine Überraschung bereit, nämlich die Reste eines freigelegten Flözes. Am Nachmittag ging es in die Projektarbeit: Die Schülerinnen und Schüler entschieden sich für ein zukünftiges Projektthema und starteten mit einem eigens für sie angelegten „Schichtbuch“ und der Erstellung eines Gruppenlogos. Sie werden sich nun in regelmäßigen Abständen als Projektgruppe treffen und dabei von den Studierenden des Forschungsteams der Ruhr-Universität unterstützt.

Am kommenden Freitag geht es bereits mit allen Schülern in das Deutsche Bergbau-Museum, wo sie einen Einblick in die reale Bergbau-Welt erhalten und von Museumspädagogen angeleitet werden. Am Ende des Jahres werden sie erste Projektergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren – Glück auf!

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