Stiftsdamen-Lehrerinnen um 1910

Keppel hat seit einiger Zeit ein eigenes Museum, das die Lebenssituation der Stiftsdamen-Lehrerinnen und ihrer Schülerinnen um 1900 spiegelt: Seit 1871 wurden hier junge Mädchen unterrichtet. Die Schülerinnen lernten die feine Lebensart, wurden aber auch selbst zu Lehrerinnen ausgebildet, das Höchste, was eine Frau damals erreichen konnte. Lehrerinnen und interne Schülerinnen lebten Wand an Wand gemeinsam im Stift. In abgelegenen Kammern hat sich allerhand altes Mobiliar aus preußischer Zeit erhalten, gestiftet vom preußischen Königshaus .Auch Bücher und Bilder waren noch vorhanden. Auf dem Dachboden fanden sich alte Internatsbetten aus Stahlrohr und historische Waschtische, Und ein vergessener Kleiderschrank enthielt alte Damenhüte und Kleidung aus den Gründerjahren, wahrscheinlich aufbewahrt für Theateraufführungen. All' diese Schätze wurden in passenden Räumlichkeiten des Keppelschen Mansardengeschosses untergebracht. Freundliche Spenden kamen von Freunden des Hauses, oft von ehemaligen Schülerinnen, und das Hilchenbacher Stadtmuseum stellte großzügig Exponate aus seinem Magazin zur Verfügung. Der Ausgestaltung des Internatsmuseums kam zugute, dass Keppel über alte Erlebnisberichte in den noch vorhandenen Jahrbüchern und Schwarz-Weiß-Fotos der frühen Jahre verfügt. Wiedererstanden sind auf diese Weise das Wohn-und Schlafzimmer einer Stiftsdamen-Lehrerin und der Schlaf-und Arbeitsraum von vier Internatsschülerinnen. (Zur Zeit wird noch an der Einrichtung einer historischen Bibliothek gearbeitet.) Die Räume bieten Einblicke in die Arbeits-und Wohnverhältnisse von Frauen der Jahrhundertwende, Lehrerinnen und Schülerinnen, - die in einer männerfreien Zone lebten. Wer sich ein Bild vom Leben der Keppeler Frauen um 1900 machen möchte, kann bei Frau Jehmlich telefonisch oder per E-Mail eine informative Führung durch das Internatsmuseum vereinbaren. Weitere Bilder aus dem Internatsmuseum finden Sie unter Impressionen