Frau Würtz
Alexandra Würtz, OStR'
Erprobungsstufenkoordinatorin

Sekundarstufe I

In den beiden ersten Jahrgangsstufen erproben wir die Eignung der Kinder für das Gymnasium. In der "Erprobungsstufe" knüpft der Unterricht an die Arbeitsweise in der Grundschule an und hilft unseren Neuen, den Übergang zum Gymnasium gelingen zu lassen. Deshalb legen wir gerade in den ersten Wochen im Stift großen Wert auf...

  • einen engen Kontakt zu den Grundschulen, gegenseitige Hospitationen und gemeinsame Konferenzen, die dem Erfahrungsaustausch dienen, aber auch helfen sollen, in schwierigen Fällen Entscheidungen zum Wohle des einzelnen Kindes zu treffen.
  • unser Einführungskonzept "Das Lernen lernen", um die spezifische Arbeitsweise im Gymnasium einzuüben und die gesteigerten Anforderungen auch im lernorganisatorischen Bereich zu bewältigen (Thema: Hausaufgaben).
  • unser Moderatorenmodell, bei dem ältere Schüler sich um unsere Neuen kümmern, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und für alle Fragen ein offenes Ohr haben,
  • Maßnahmen zur Verkehrserziehung und zum sachgerechten Verhalten auf dem Schulweg,
  • Einschulungs- und später regelmäßige Gottesdienste sowie Andachten für alle Schüler (der Erprobungsstufe). Denn im Raum "unserer Stiftskirche" können Antworten auf die Fragen nach dem Sinn des Lebens gegeben werden, in der Nähe Gottes kann Kraft für die Aufgaben eines neuen Tages geschöpft werden.

 

Der Unterricht in der Erprobungsstufe umfasst die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik, Religion, Politik, Erdkunde, Geschichte (Klasse 6), Physik (Klasse 6), Biologie, Kunst, Musik und Sport. Durch die Schulzeitverkürzung auf 8 Jahre im Gymnasium (G8) kommt die 2. Fremdsprache (Französisch oder Latein) schon in der Klasse 6 dazu. Wir achten darauf, dass in den Jgst. 5 und 6 möglichst kein Unterricht ausfällt. Ergänzt wird der reguläre Unterricht durch spezielle Fördermaßnahmen und an 5 Tagen in der Woche durch Hausaufgabenbetreuung unter Aufsicht eines Lehrers. Gezielter Förderunterricht in Modulform (6 - 8 Wochen) kann bei Schwächen in einzelnen Fächern angeboten werden, denn durch stützende Hilfen werden immer wieder kleinere und größere Defizite aufgearbeitet. Besonderen Wert legen wir auf das gründliche Einüben einer sicheren Rechtschreibung. Gute und sehr gute Schüler, denen das Lernen leicht fällt, wollen wir durch unser Konzept "Förderung plus" weiterbringen. Ob in der AG Matheolympiade oder durch Teilnahme an Kursen des "Siegener Modells" - gute Schüler und Maßnahmen der Begabtenförderung haben wir im Blick, so dass manche Schüler über den regulären Unterricht hinaus Leistungen erbringen, die erstaunlich sind.

 

Über den Unterricht hinaus weisen auch unsere Angebote, Fähigkeiten und Neigungen zu entwickeln, Schwächen auszugleichen, Neugier zu entfalten und schulische Gemeinschaft zu erfahren. Manche Kinder sind großartig begabt, andere können durchaus auch über Angebote der Schule begabt werden. Dies geschieht

      • im Chor der Unterstufe mit unserer jährlichen Musicalaufführung vor Mitschülern, Eltern und Lehrern in der Aula,
      • im Orchester für diejenigen, die schon seit einiger Zeit ein Musikinstrument spielen
      • in vielen unterschiedlichen Arbeitsgemeinschaften (Sport, Naturwissenschaften, Kunst, Sprachen), in denen die Schülerinnen und Schüler vielfältige Interessen und Begabungen erproben können,
      • bei Klassenfesten, bei der Sextanerfete, während der Wandertage und als Höhepunkt zu Beginn der Jgst. 6 bei der dreitägigen Klassenfahrt,
      • durch eine sorgfältige Einführung in unsere fast 2000 Bände umfassende Schülerbücherei, weil wir wissen, dass das Lesen für die Schüler von großem Wert ist und sie so beginnen, die Grenzen ihrer Welt zu erweitern und prägende Erfahrungen zu machen, die von längerer Dauer sind als vergleichbar Eindrücke im Fernsehen  oder bei Computerspielen.

 

Wir haben dabei nicht nur Kinder mit besonderen Fähigkeiten oder Hochbegabte im Auge. Eine gute mittlere Begabung führt immer wieder zu erstaunlichen Erfolgen, wenn sie mit Verlässlichkeit und Leistungswillen gepaart ist.

 

Gerade in den ersten beiden Jahren werden auch die Grundlagen für eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern unserer Schüler gelegt. Wenn dies in möglichst vielen Bereichen des Schullebens von Stift Keppel geschieht, so wird das allen Beteiligten gut tun.

      • Schon am Tag der offenen Tür, der in guter Tradition am Samstag vor dem ersten Advent (im besonders schön geschmückten Stift) stattfindet, knüpfen wir erste Kontakte zu den Eltern unserer zukünftigen Sextaner. Informationen über die Erprobungsstufe, Austausch über Fragen, die den Schulformwechsel betreffen, Unterrichtsangebote, Dokumentationen, Vorführungen, die angenehme und gute Atmosphäre im Cafe und vieles andere mehr beweisen jedes Jahr neu, dass es in den alten Mauern von Stift Keppel quicklebendig zugeht.

      • Ende Januar laden wir an 3 Tagen Eltern mit ihren Kindern ein, im ganz normalen Unterricht Stift Keppels zu schnuppern, mit Fachlehrern zu reden und ein Stück Schulalltag zu erleben.
      • Am ersten Schultag organisieren die Eltern der Jgst. 6 für die Eltern der neuen Sextaner in der Aula ein Elterncafe. Bei Kaffee und Kuchen lernen sie im Austausch miteinander die Schule in einer angenehmen Weise kennen. Die Einnahmen sind immer für einen sozialen Zweck bestimmt.
      • Viele gute Impulse und Ideen  und manche fruchtbare Zusammenarbeit in Projekten wären ohne die Unterstützung von Eltern nicht umgesetzt worden. Dass das immer wieder geschieht, gehört mit zum guten und erfolgreichen Arbeiten und Lernen aller am Schulleben Beteiligten.
      • Und nicht zuletzt das klärende Gespräch bei Missverständnissen, Ärgernissen, Fehlern und Schwierigkeiten dient immer einem guten Miteinander zum Wohle unserer Schüler. Miteinander können wir so daran arbeiten, sie zu Persönlichkeiten heranzubilden, die ihren Platz im Leben finden.

 

Vor dem Hintergrund einer 8-jährigen Schullaufbahn im Gymnasium sind uns besonders schon in der Erprobungsstufe, in der Grundlagen gelegt werden, unsere christliche Tradition und unser pädagogischer Auftrag wichtig: Bildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen. Wir versuchen unsere Schüler zu befähigen, im privaten Leben und im Beruf, in der Gesellschaft und im Staat verantwortlich zu handeln. Fachliche Grundkenntnisse möchten wir so vermitteln, dass die Schüler sie sicher beherrschen. Dies ist die Voraussetzung dafür, die Anwendung ihres Wissens sowie problemlösendes Denken und entdeckendes Lernen zu erproben. Damit soll zugleich die Grundlage dafür geschaffen werden, das Lernen selbst zu lernen - eine Fähigkeit, die in einer sich stetig und schnell verändernden Gesellschaft unverzichtbar ist. Auf diese Weise möchten wir in den Reichtum unserer Kultur einführen, Zeichen setzen, Gewissen bilden und bei der Suche nach dem Sinn des Lebens helfen.

Bei aller Vielfalt der Bildungsinhalte legen wir besonderen Wert auf unseren erzieherischen Auftrag. Wir versuchen, Aufgeschlossenheit und Verständnis für die Wirklichkeit unserer Welt zu wecken. Wir bemühen uns um Ordnung und Stetigkeit bei der Arbeit und würdigen die Bedeutung von Leistungsbereitschaft, sozialem Handeln, Selbstdisziplin, Durchsetzungsvermögen, Bereitschaft zur Einordnung, Fleiß und Ausdauer. Wir meinen, dass dies einen Sinn in sich trägt, dass es darüber hinaus hilfreich sein kann, den Wert von Ordnungen kennen zu lernen, vielleicht den zugrunde liegenden Sinn zu erfahren. 



 

Ein Anmeldebogen kann ausgedruckt und beim Besuch der Schule ausgefüllt mitgebracht werden. Außerdem benötigen wir eine Kopie des letzten Zeugnisses und der Geburtsurkunde und den Anmeldeschein der Grundschule im Original.

 

Der Anmeldebogen